Der Beckenboden spielt im Unterleib eine große Rolle. Er stützt die Organe von unten und hält sie somit an ihrem Platz.
Bei einer Schwäche des Beckenbodens treten Gebärmutter und Scheide im Becken oft tiefer. Bis zu einem gewissen Grad findet eine solche Senkung bei fast allen Frauen statt. Manche Frauen haben allerdings eine ererbte Bindegewebsschwäche und sind daher besonders gefährdet. Bei ihnen tritt die Gebärmuttersenkung meist nach der Menopause auf, denn durch die versiegenden Hormone verliert das Beckenbodengewebe bei ihnen besonders leicht an Elastizität. Die Muskulatur des Beckenbodens kann empfindlich auf den Verlust der Östrogene reagieren.
Meist treffen bei einer Gebärmuttersenkung jedoch mehrere Faktoren zusammen, zu diesen zählen:
- ungewöhnliche Belastung durch Schwangerschaften wie Mehrlingsgeburt, rasche Folge der Schwangerschaften, schwierige Geburten oder Dammverletzungen
- Übergewicht
- körperliche Belastungen, z. B. ständiges Stehen, Tragen schwerer Lasten
Sie können selbst vorbeugen – mit Beckenbodentraining , und sollte das nicht ausreichen mit einem speziellen Hilfsmittel dem Endotrainer.
Der Endotrainer ist ein speziell entwickeltes Therapiegerät und fördert schon nach kurzer Anwendungsdauer den Aufbau der Beckenbodenmuskulatur. Er dient zur Vorbeugung oder als Therapie bei Senkungs- bzw. Inkontinenzbeschwerden.
Der wichtigste Bestandteil des Endotrainers ist ein Ballonkatheter, der von der Frau in die Scheide eingeführt und in rhythmischen Abständen so aufgeblasen wird, dass die anliegenden Scheidenmuskeln abwechselnd gedehnt und entspannt werden. Durch diese Dehnung werden die Muskeln angeregt sich zusammenzuziehen: schon nach kurzer Zeit wird der Aufbau der Beckenbodenmuskulatur spürbar. In diesem Sinne ist der Endotrainer auch ein Lehrgerät zur richtigen Durchführung des Beckenbodentrainings.
Sollte die Gebärmuttersenkung bzw. der Harnverlust soweit fortgeschritten sein, dass weder das Beckenbodentraining noch Hilfsmittel wie z.B. Pessare nicht mehr ausreichen, sollte ein operativer Eingriff erfolgen. Ich berate Sie gerne über neue, einfache und wenig belastende Techniken, die nur einen kurzen Krankenhausaufenthalt erfordern. Gerne übernehme ich die Durchführung und Organisation der erforderlichen Operation.
Aufgrund der Präsanz dieses Themas, der weiten Verbreitung und Tabuisierung haben wir eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen. Falls es Sie interessiert rufen Sie in der Praxis an!